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Straßenverkehrsordnung schränkt fundamentale Rechte der ländlichen Bevölkerung ein |
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Seit einiger Zeit verbietet Artikel
71 der rumänischen Straßenverkehrsordnung Pferdegespannen das Benutzen von
Nationalstraßen. Die Europäische Zugpferde-Föderation FECTU asbl,
die fünfzehn Mitgliedervereinigungen in sieben europäischen Ländern vertritt und sich
für die Erhaltung und Förderung des Einsatzes von Arbeitspferden einsetzt, ist sich sehr
wohl der Probleme bewusst, die sich durch das Nebeneinander von Arbeitstieren und
motorisierten Fahrzeugen ergeben. Andrerseits
kann es die FECTU nicht hinnehmen, dass die Lösung dieser Probleme sich
darauf beschränken soll, den Benutzern von etwa 900.000 Arbeitstieren schlicht und
einfach zu verbieten, ein Straßennetz von mehr als 14.000 km in Anspruch zu nehmen, d.h.
praktisch 20% der öffentlichen Verkehrswege außerhalb der Städte und Ortschaften.
Stellenweise sind die Nationalstraßen die einzigen, die es gibt. Sehr oft müssen
Einheimische, wenn sie ihre Felder oder den
Wald erreichen wollen, Nationalstraßen passieren, um von einem regionalen oder lokalen Verkehrsweg auf einen andern zu gelangen. In
Rumänien gibt es 4,5 Millionen landwirtschaftliche Privatbetriebe, die durchschnittlich
1.6 ha bewirtschaften und vielerorts mit Pferden arbeiten. Außerdem richtet sich das Verbot
unmittelbar gegen die ethnische Minderheit der Roma, die 2,5 % der Bevölkerung
darstellen. Höchstwahrscheinlich besteht in keinem EU-Land eine Verkehrsordnung, die
derart schwerwiegende, wenn nicht gar existenzbedrohende Konsequenzen für einen großen
Teil der Bevölkerung hätte. Es müsste
möglich sein, andere Lösungen zu finden, die sowohl dem steigenden motorisierten Verkehr
als auch den weit verbreiteten traditionellen Transportmitteln Rechnung tragen. Zu
befürchten ist, dass ein allgemeines Verkehrsverbot für Gespanne auf Nationalstraßen
u.a. die Lebensbedingungen der Landbevölkerung massiv erschwert und deren
Arbeitslosigkeit steigert, eine weitere Benachteiligung der Roma nach sich zieht und das
touristische Potential der traditionellen rumänischen Lebensweise bedroht. Andrerseits
stellt die Verwendung von Zug- und Tragtieren eine praktisch kostenlose erneuerbare
Energiequelle dar, die sich über Jahrhunderte bewährt hat. Die
Einführung des erwähnten Verbots ist umso unverständlicher, als es in den weiter
industrialisierten Ländern Europas Bestrebungen gibt, wieder Arbeitspferde in die Städte
zu holen. Die FECTU
ersucht die rumänische Regierung, die mit Artikel 71 der rumänischen
Straßenverkehrsordnung entstehenden Fragen im Hinblick auf eine gerechtere Lösung zu
überdenken.
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