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FECTU-Kodex zum SCHUTZ von ZUGTIEREN
Einleitung
Die Domestikation von Tieren und Pflanzen ist eine der
bedeutsamsten Kulturleistungen des Menschen. Die Zähmung wilder Tiere erfolgte aus vielerlei Gründen: Zur Unterhaltung
(Gesellschaft), als Hilfe bei der Jagd und zum Schutz einerseits, zur Produktion/Lieferung
von Fleisch, Häuten sowie von Milch und Wolle andererseits. Des Weiteren lernte der
Mensch bald, Tiere zur Arbeit zu nutzen, sei es zum Tragen von Lasten und zum Ziehen von
Fahrzeugen, sei es zur Bearbeitung des Bodens oder zum Reiten.
Die für Arbeitsleistung domestizierten Tiere waren typischer
Weise in sozialen Gruppen (Herden) lebende Tiere, die von den kooperativen Beziehungen und
der klaren hierarchischen Struktur innerhalb des Herdenverbandes Nutzen ziehen.
Diese Beziehung aus Vertrauen und Zusammenarbeit innerhalb einer
hierarchischen Ordnung ist wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit
zwischen Zugtier und Führer.
Die FECTU befürwortet/unterstützt die verantwortungsvolle
Nutzung von Zugtieren
Unter Beachtung ihrer Würde und Arbeitsfähigkeit. Die FECTU
fördert den Einsatz von Zugtieren als einen machbaren und bedeutsamen Beitrag zur
Nachhaltigkeit sowie als erneuerbare, umweltschonende Energiequelle.
Die FECTU ist die europäische Dachorganisation von
Vereinigungen, deren Mitglieder Zugtiere Pferde, Esel, Mulis, Rinder- vielfältig
nutzen in der Land- und Forstwirtschaft, im Wein- und Gartenbau sowie in Tourismus und
Erziehungswesen.
Sämtliche Mitgliedsorganisationen verpflichten sich zur
Einhaltung des FECTU-Kodex zum Schutz von Zugtieren und sind bestrebt, ein hohes Niveau
beim Schutz von und bei der Arbeit mit Zugtieren sicher zu stellen.
Der FECTU-Kodex zum Schutz von Zugtieren
Die Tiere müssen so gehalten werden, dass wesentliche Bedürfnisse
bezüglich Art, Rasse, Alter und Geschlecht befriedigt werden können, und dass Stress
weitgehend vermieden wird.
Die Tiere müssen mit Wasser hoher Güte und mit Futter
angemessener Qualität versorgt werden. Wasser sollte immer erreichbar sein, Futter muss
bei Stallhaltung- regelmäßig verabreicht werden.
Jede vom Tier verlangte Arbeit muss seinem physischen
Leistungsvermögen entsprechen; keinem Tier dürfen Arbeiten abverlangt werden, die sein
Leistungsvermögen überfordern bzw. nicht
seinem Ausbildungsstand entsprechen.
Junge Tiere dürfen nur zu Arbeiten genutzt werden, die ihrer
physischen und psychischen Reife entsprechen.
Geschirre und Ausrüstung müssen ordentlich und von guter
Beschaffenheit sein; sie müssen gut angepasst sein und sich zur geforderten Aufgabe
eignen.
Gesundheitsfürsorge besitzt höchsten Stellenwert, und es müssen
alle Maßnahmen ergriffen werden, Krankheiten und Verletzungen zu vermeiden. Notwendige
Behandlungen müssen fachgerecht ausgeführt werden.
Huf- und Klauenpflege inklusive Beschlag müssen regelmäßig
erfolgen, um einen guten Zustand der Hufe und Klauen zu gewährleisten.
Bei der Arbeit und in der Ausbildung soll der natürliche
Bewegungsablauf möglichst wenig beeinträchtigt werden; die Tiere sollen sich möglichst
unbehindert bewegen können.
Die Mitgliedsorganisationen der FECTU verpflichten sich, ihr Wissen
und ihre Kompetenz fortlaufend zu erweitern: Theoretische und praktische Unterweisungen
tragen zur Verbesserung von Tierschutz-Standards bei.
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